Die Plauener Gemeinde entstand als Filiale der Bethlehemsgemeinde der “Evang.-Luther. Freikirche in Sachsen und anderen Staaten” in Grün-Lengenfeld (Vogtland), die bereits 1881 den ersten Gottesdienst gemeinsam feierte. Die Gottesdienste in Plauen fanden zunächst in der Wohnung von Adolph Döhler, einem Weber aus Plauen, und später in einem gemieteten Saal statt.  Der Zusammenschluß zu einer selbständigen Gemeinde mit der Gemeinde Grün erfolgte1899. Der erste Pastor der Gemeinde war Pastor Lenk.

1921 wurde der Gemeinde der Kirchsaal gekündigt. Mit Hilfe von zinslosen Darlehen aus der eigenen und anderen Gemeinden konnte ein Wohnhaus samt Hinterhaus mit großem Saal in der Schumannstr. 10 in Plauen gekauft werden. Die Einweihung fand am Sonntag Sexagesimä, den 19.02.1922, statt.  (Quelle: “Geschichte der Evang.-Luther. Freikirche in Sachsen u.a. St.” , Verlag des Schriftenvereins 1925) Dieser Kirchsaal diente der Gemeinde bis zum Jahr 1999.

Da der Erhalt dieses Kirchsaales und des damit verbundenen Wohnhauses im Laufe der Jahre, und besonders in der Zeit nach der Wende in Deutschland, immer kostspieliger wurde, entschloss sich die Gemeinde zum Verkauf des gesamten Grundstückes, um auf einem anderen Areal ein neues Gemeindezentrum zu errichten. Nach einem dreiviertel Jahr Bauzeit konnte unsere neue Kirche in der Fritz-Reuter-Str. 3 mit Gottes Hilfe zum Reformationsfest 1999 geweiht werden.

Das Jahr 2004 brachte dann einen tiefen Einschnitt in der Entwicklung der Gemeinde.Nach monatelangen Beratungen innerhalb der Gemeinde und darüber hinaus, beschloss die Gemeindeversammlung am 03.10.2004 mehrheitlich, den Synodalverband der Ev.-Luth. Freikirche (ELFK) zu verlassen und sich der Selbständigen Ev.-Luth. Kirche (SELK) anzuschließen. Seit dem Reformationsfest 2004 wurde unsere Gemeinde daraufhin in der Vakanzzeit von Pfr. Andreas Rehr (Dresden) mitbetreut. Die formale Aufnahme der St. Matthäus-Gemeinde erfolgte am 01.12.2004. Am 4. Advent wurde diese Aufnahme im Rahmen eines Hauptgottesdienstes, den Bischof Dr. Diethardt Roth hielt, feierlich begangen. Mit der Aufnahme in den Kirchenbezirk Sachsen-Thüringen auf der Bezirkssynode im Mai 2005 in Wernigerode, wurden wir schließlich Vollmitglied der SELK.

Die Vakanzzeit der Gemeinde endete mit einem Gottesdienst am 17.09.06 den Pastor Andreas Rehr hielt.

Am 24.September 2006 ging nun durch Gottes Hilfe in einem feierlichen Gottesdienst der lang gehegte Wunsch der Plauener Gemeinde in Erfüllung, einen eigenen Pfarrer vor Ort zu haben. An diesem Tag wurde Pfarrer Harald Karpe (bisher Kleinsüstedt / Niedersachsen) als Pastor unserer St. Matthäus-Gemeinde und der Greizer Michaelisgemeinde in sein Amt eingeführt. Vorausgegangen war der Erwerb eines Hauses in der Nähe unserer Kirche (Lange Straße 9) im Frühjahr 2006 und dessen Sanierung unter tatkräftiger Mithilfe von Gemeindegliedern. Finanziert wurde und wird das Ganze aus Spenden der Gemeinde und der Gesamtkirche.

Nach längerer Planungsphase konnten wir im Sommer 2011 mit Gottes Hilfe vor unserer St. Matthäus-Kirche einen Glockenturm errichten. Auch dieses Projekt konnte ausschließlich aus Spenden der Gemeinde und darüber hinaus realisiert werden. Die mit ca. 500 kg Kleinste von 3 Glocken aus dem alten Geläut der Plauener Lutherkirche wurde uns dankenswerter Weise zur weiteren Nutzung überlassen, nach dem dort ein neues Geläut eingebaut worden war. Sie diente der dortigen Gemeinde bis zum Ausbau als Taufglocke.

Am 3. Juli, dem 2. Sonntag nach Trinitatis, konnte der Glockenturm mit der frei schwingenden Glocke ihrer Bestimmung übergeben werden. Mit einem Festtag feierte die Gemeinde diesen historischen Tag in ihrer Geschichte. Die Glockenweihe übernahm dabei Sup. Thomas Junker (Weißenfels), der die Glocke einen "Ehernen Missionar" nannte, die nun sonntäglich mit ihrem Klang zu Gott, zum Gebet und zu den Gottesdiensten rufen will.

Im November 2015 gab es einen neuen Einschnitt. Pfarrer Karpe folgte einem Ruf an die Christusgemeinde der SELK in Erfurt. Somit ist die Gemeinde wieder vakant und wird in dieser Zeit von Sup. Junker seelsorgerisch versorgt.

 

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