Liebe Leser!

Die Worte, dass ein „Lamm, das zur Schlachtbank“ geführt wird und dass einer „aus dem Lande der Lebendigen ausgerottet werden soll“, klingen uns vielleicht vertraut. In der altestamentlichen Schriftlesung am Karfreitag aus Jesaja 52 und 53 wird so das Leiden des Knechtes Gottes beschrieben, der sich stellvertretend für die Sünden der Menschen opfert. Gott legt die Strafe, welche uns treffen müsste, auf ihn, damit wir mit Gott versöhnt werden. Nun wird im obigen Schriftwort nicht von diesem Knecht gesprochen, sondern vom Leiden des Propheten Jeremia. Dieser leidet nicht, weil er die Sünden anderer Menschen tragen könnte, sondern weil er Gottes Willen klar verkündigt hat. Traurig ist, dass es Menschen aus seiner Heimat sind, die ihn töten wollen. Menschen, die ihm seit Kindheitstagen vertraut sind und mit denen er sogar in Freundschaft verbunden war. Als Jeremia ihnen Gottes Wort sagt, ist er arglos. Gerade, weil es alte Beziehungen gab, hofft er, dass seine Verkündigung verstanden wird. Denn, wenn Gott uns auf unsere Fehler hinweist, will er uns nicht ärgern, sondern retten. Aber Jeremias Freunde verstehen das nicht und wollen ihn verstummen lassen. Dabei schrecken sie auch vor Gewalt nicht zurück. Wie der Knecht Gottes muss Jeremia unschuldig leiden. Er und auch andere Verkündiger können zwar nicht die Sünden anderer Menschen tragen, aber wenn sie für ihren Auftrag leiden, weisen sie auf den Knecht Gottes hin, der in Jesus Christus erschienen ist.

Gott, ewiger Vater, wir danken dir dafür das du uns auch kritische Worte durch deine Boten sagst. Erfülle uns mit deinem Geist, dass wir ihren Ruf recht verstehen und immer wieder zu dir umkehren. Amen
 

(Pastor A. Volkmar, Bielefeld)

„Denn ich war wie ein argloses Lamm gewesen, das zur Schlachtbank geführt wird, und wusste nicht, dass sie gegen mich beratschlagt und gesagt hatten: Lasst uns den Baum in seinem Saft verderben und ihn aus dem Lande der Lebendigen ausrotten, dass seines Namens nimmermehr gedacht werde.“
                                                               
(
Jeremia 11,19)

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